Was darf alles in den Kompost und warum?


Der Kompost ist der beste Freund des Gärtners: Er „frisst“ unsere Abfälle und erzeugt daraus nährstoffreiche Gartenerde – kostenlos und umweltfreundlich. Aber was darf alles in den Kompost? Beim Kompostieren kannst du aber Fehler machen und statt lockerem Humus stinkende Matscherde ernten. Manche Komposthaufen ähneln eher Müllkippen und werden regelmäßig vom Waschbären geplündert. Das muss nicht sein! Hier erfährst du, wie du dieses praktische Wunder der Natur herstellst, pflegst und „fütterst“, denn es ist nicht egal, was du auf den Kompost wirfst!

Wie funktioniert die Kompostierung?

Im Kompost liegen mehrere Schichten organischen Materials übereinander. Im Innern des Haufens siedeln sich Kleinstorganismen wie Bakterien, Pilze, Springschwänze und Würmer an, die für uns die Umwandlung der Biomasse übernehmen.

Sie sind das unsichtbare Recycling-Team, das aus Abfall Humuserde erzeugt. Die Kompostbewohner benötigten eine gewisse Menge Feuchtigkeit zum Leben, deswegen solltest du deinen Kompost im Hochsommer ab und zu gießen.

Kompost richtig anlegen

Bevor du den Komposthaufen als „Bioreaktor“ nutzen kannst, musst du ihn zunächst sachgerecht aufbauen. Ideal ist ein feuchtes, schattiges Plätzchen im Garten.

Der Kompost sollte schnell und gut erreichbar sein, denn kleine Wege verkürzen die Arbeit. Du kannst den Kompost einfach als Haufen aufschichten.

Dennoch besser ist es, den Kompost mit Bretter-Wänden zu umgeben. Alternativ besorgst du dir einen fertigen „Komposter“ aus dem Baumarkt.

Kurzum, durch die Ummantelung kann der Haufen sein Mikroklima besser halten und fällt nicht auseinander. Dadurch können Bakterien und Pilze gut arbeiten.

Kompost richtig schichten

Es ist wichtig, das du den Kompost richtig schichtest. Denn das ist wichtig, damit ausreichend Sauerstoff in den Kompost eindringen kann.

Idealerweise schichtest du abwechselnd übereinander, leicht zersetzbares, nährstoffreiches Material z.B.:

  • Bananenschalen
  • Schnittblumen
  • Tierkot

und schwerer zersetzbares, nährstoffärmeres Material z.B.:

  • zerschnittene Zweige
  • Pappe
  • Stroh.

So entsteht eine perfekte „Abfall-Torte“ für unsere Mikroorganismen-Freunde.

Was darf alles in den Kompost: Was kommt in den Kompost?

Die Art der Abfälle, d. h. die „Nahrung“, bestimmt die Leistung des Haufens. Es ist deswegen wichtig, dass du den Komposthaufen nicht wahllos mit Müll belädst. Aber was kommt in den Kompost genau?

Ohne Bedenken darfst du auf den Kompost folgendes werfen.

Was darf alles auf den Kompost Liste:

  • Gartenabfälle wie ausgezupftes Unkraut
  • Blumenerde
  • zerkleinerter Gehölzschnitt
  • Kleintierstreu
  • Haare
  • Algen und Aquarienpflanzen
  • altes Zeitungspapier, alte Pappreste, gebrauchte Eierkartons
  • Obst- und Gemüsereste
  • Kaffeesatz
  • Eierschalen
  • Schalen von Südfrüchten aus biologischem Anbau
  • Teebeutel
  • Speisereste in kleinen Mengen
  • Mist von Pferd, Schaf, Ziege
  • Schnittblumen aus biologischem Anbau

Diese „guten“ Bestandteile verrotten umso schneller, je sorgfältiger du sie zerkleinert hast. Das gilt insbesondere für Eierschalen, Papier, Gehölzschnitt und Schalen von Zitrusfrüchten.

Was darf nicht auf den Kompost?

Es gibt einige Dinge, die du nicht auf den Kompost werfen solltest. Schimmeliges Getreide und Speisereste in großen Mengen gehören nicht auf den Komposthaufen, denn sie locken Ratten und Mäuse an.

Auf jeden Fall, können diese Nager sich bei gutem Nahrungsangebot so stark vermehren, dass du den Schädlingsbekämpfer anrufen musst.

Deine Nachbarn werden nicht erfreut sein! Nahrungsreste ziehen Fuchs, Krähe und Waschbär magisch an. Die Wildtiere können lästig werden, wenn sie anfangen, deinen sorgsam aufgeschichteten Haufen durcheinander zu wühlen.

Dass du Tierleichen nicht auf den Kompost werfen solltest, versteht sich von selbst. Jedes verendete Haustier verdient ein anständiges Begräbnis.

Kann ich Schnittblumen auch kompostieren?

Schalen von konventionell erzeugtem Obst und Gemüse sowie die meisten Schnittblumen enthalten Pestizide, die einige Komposthaufen-Organismen abtöten können.

Zum Glück zersetzen sich viele Pflanzenschutzmittel im Laufe der Zeit unter dem Licht der Sonne, sodass gegen gelegentliche kleine Gaben von konventionell erzeugten Obst- und Gemüseabfällen nichts einzuwenden ist.

Darf ich Wildpflanzen auch kompostieren?

Bestimmte Wildpflanzen darfst du nicht auf den Kompost werfen. Dazu gehört das Beifußblättrige Traubenkraut [Ambrosia artemisiifolia] und das Jakobskreuzkraut [Senecio jacobaea].

Beifußblättrige Traubenkraut
Beifußblättrige Traubenkraut [Ambrosia artemisiifolia]
Jakobskraut
Jakobskreuzkraut [Senecio jacobaea]
Diese Pflanzen lösen Allergien aus bzw. sind giftig und können sich vom Kompost aus weiter verbreiten. Das gilt auch für kranke Pflanzen, deren Krankheitserreger ebenfalls auf dem Haufen überleben können.

Denn der Kirschlorbeer-Beschnitt ist giftig für viele Organismen, auch für die Kompostbewohner!

Laub vom Walnussbaum wirkt auf viele Organismen ebenfalls toxisch und muss über den Restmüll entsorgt werden.

walnussbaum

Kohleasche und Asche von lackiertem Hochglanzpapier enthalten Schwermetalle und haben nichts auf dem Kompost verloren, denn diese Giftstoffe würden nicht abgebaut werden. Du möchtest sicher, dass dein selbstgezogenes Gemüse aus dem Garten schwermetallfrei ist!

Was darf aus der Küche nicht auf den Kompost?

Und wie verhält es sich mit meinem Frittier Fett oder der schlecht gewordenen Salatmarinade?

Öl kann nur von spezialisierten Bakterien, nicht von deinen Kompostbakterien abgebaut werden und darf daher nicht auf den Kompost.

Grobe Zweige und Äste verrotten zu langsam, du kannst sie zerkleinert auf den Haufen werfen oder z. B. dem Osterfeuer spenden. Die Streu vom Katzenklo, Windeln und Staubsaugerbeutel enthalten Bestandteile, die niemals verrotten, deswegen müssen sie in den Restmüll.

Darf Grünschnitt auf den Kompost?

Hier ist die Antwort: nein. Im Garten fällt viel Grasschnitt und Laub an, das in großen Mengen nicht auf den Kompost soll.

Was machst du damit? Grasschnitt kannst du auf einem Extra-Haufen lagern, anwelken lassen und ab und zu in kleinen Portionen dem Komposthaufen zufügen.

  • Rasenschnitt-Menge: Weniger Rasen mähen ist gut für die Artenvielfalt! Wildblumen und Kräuter können sich in deinem Rasenstück einfinden und vielen Tieren als Nahrung dienen.
  • Für Laub gilt ebenfalls: Die Menge macht den Unterschied. Am besten deponierst du Laub im Herbst extra und belädst den Komposthaufen ab und zu mit kleinen Blättermengen.

Wann kannst du den Kompost ausbringen?

Kurzum, je nach Bestandteilen und Feuchtigkeitsmenge kannst du frühestens nach ca. 9 Monaten beginnen, die von den Mikroben und Würmern hergestellte Komposterde zu verwenden.

Größere Mengen Humuserde kannst du spätestens nach dem zweiten Winter für den Garten oder die Zierpflanzen nutzen.

Die Komposterde wird für deine Blumen und Zimmerpflanzen zu nährstoffreich sein und muss mit normaler Gartenerde und Sand „gestreckt“ werden.

Sie kann viel Wasser speichern und Torf in der Blumenerde ersetzen. Torf wird in Mooren abgebaut; dieser Raubbau ist sehr klimaschädlich. Gartenbesitzer, die im Einklang mit der Natur gärtnern, schwören daher auf Komposterde!

Kann ich Kürbis auf den Kompost stellen?

Pur kannst du Komposterde für so nährstoffhungrige Gewächse wie Kürbisse benutzen. Junge Kürbispflanzen darfst du auch direkt auf den Komposthaufen setzen.

Wenn du sie ausreichend gießt, werden sie den Kompost in kurzer Zeit bewachsen und mit ihren großen Blättern beschatten.

Der Nachteil der Kürbis-Bepflanzung ist, dass du die Humuserde nicht mehr so einfach ernten kannst, da sie von Kürbiswurzeln durchzogen ist.

Dennoch ist diese Methode einen Versuch wert, denn die leuchtenden Kürbisblüten und dekorativen Blätter verschönern deinen Bio-Abfall!